Mehr Wirkungskompetenz bei Vorträgen // Monika Matschnig

Mit Sicherheit lag dies an der Wirkungskompetenz des Vortragsredners – die Körpersprache, Stimme und Inhalte waren kongruent. Redner die das Gesagte nonverbal leben, schaffen mehr Aufmerksamkeit. Redner, die moduliert betonen, erzeugen mehr Gehör. Redner die eine klare, strukturierte und bildhafte Sprache verwenden, verankern das Gehörte im Kopf des Zuhörers. Besonders am Beginn einer Rede sollte der körpersprachliche Eindruck souverän wirken, da der Halo-Effekt zum Tragen: Nehmen wir etwas Positives am Vortragsredner wahr, dann sucht unser Gehirn automatisch nach Indizien, dass unsere positive Erwartungshaltung bestätigt. Und man findet etwas Positives. Genauso funktioniert es auch gegenteilig. Wie Sie sich und Ihren Vortrag perfekt präsentieren, zeigen Ihnen folgende körpersprachlichen Tipps:

Gezielte Bewegungen

Nichts wirkt unprofessioneller als eine unruhige und unkoordinierte Körpersprache. Ruhe heißt das Zauberwort, die Sie durch Ihre Gestik, Mimik und Haltung auf das Publikum übertragen sollen. Und das von Anfang an, indem Sie sich souveränen Schrittes auf die Bühne begeben und dort Ihren Standort einnehmen. Von nun an gilt: Bleiben Sie nicht wie versteinert stehen, aber laufen Sie auch nicht hektisch hin und her. Setzen Sie gezielt Gesten ein und bitte keine Fuchtelei …

Augenkontakt weckt Interesse

Vergessen Sie neben Ihren Bewegungen und Gesten Ihre Augen nicht. Setzen Sie den Blickkontakt ein. Suchen Sie sich dafür einige Personen aus, die Ihnen ein gutes Gefühl vermitteln, weil sie Interesse und Aufmerksamkeit signalisieren. Ein Blickkontakt sollte auf jeden Fall einen Gedanken lang dauern.

Rednerpult – eine Einschränkung?

Ein Rednerpult schränkt Sie in Ihrem Bewegungsspielraum natürlich ein. Das bedeutet, Sie müssen dreimal so intensiv mit Ihren Gesten (vom Bauchnabel aufwärts) und Ihrer Stimme arbeiten, um Aufmerksamkeit zu erzielen. Keine Sorge: Wenn Sie denken, Sie übertreiben maßlos, nimmt das Publikum Ihre Signale nicht einmal als außergewöhnlich wahr.

Schweigen nicht vergessen

Sie sollten die Fähigkeit zu schweigen, nicht unterschätzen. Bewusste Rede- und auch Gestikpausen zu setzen, kostet anfangs Überwindung, ist jedoch unabdingbar, damit Ihr Publikum Zeit zum Mit- und Nachdenken erhält. Wollen Sie also eine Aussage besonders betonen, dann schweigen Sie nach diesem Satz. Eine gute Pause dauert etwa drei bis fünf Sekunden.

Gefühle sind nie verkehrt

Das, was Sie sagen, müssen Ihre Zuhörer auch fühlen können, sonst verpufft die Wirkung Ihrer Aussagen. Lachen Sie, wenn Sie etwas Fröhliches zu erzählen haben, oder lassen Sie Ihre Zornesfalte glühen, wenn Sie Wut demonstrieren wollen. Auch wenn Sie selbst das Gefühl haben, Ihre Mimik ist völlig übertrieben – sie ist es nicht. Andere Menschen nehmen unsere bewussten nonverbalen Signale viel schwächer wahr als wir selbst und empfinden beispielsweise ein verblüfftes Gesicht als natürliche mimische Beteuerung des Gesagten.

Arme und Hände

Arme und Hände sind neben der Mimik unser stärkstes nonverbales Ausdrucksmittel und echte Multitalente. Sie können den Inhalt einer Rede oder Präsentation verstärken, aber auch allein für sich eine Menge ausdrücken. Sie haben Ihre Wirkung also förmlich in der Hand!
– Zeigen Sie Symbole: Verfolgen Sie beispielsweise ein Ziel, dann strecken Sie die Hand nach vorne. Ein wirtschaftlicher Anstieg lässt sich mit einer Aufwärtsbewegung der Hand darstellen.
– Gestik vor Wort: Üblicherweise spricht erst der Körper, dann das Wort. Machen Sie sich diese Wirkung zunutze. Hauen Sie doch einfach mal auf das Rednerpult, bevor Sie im Anschluss den Grund dafür nennen, z. B. Kritik.
– Arme weg vom Körper: Pressen Sie niemals die Arme an den Körper. Befolgen Sie stattdessen folgende Formel: Je größer die Gruppe, desto größer dürfen Ihre Armbewegungen ausfallen, damit die Signale auch bei jedem im Publikum ankommen. Und kämpfen Sie gegen die Schwerkraft, will heißen: Lassen Sie nicht die Schultern hängen, verwenden Sie Aufwärtsbewegungen.
– Mit stabilen statt lockeren Handgelenken wirkt jede Geste stabiler und damit stärker und überzeugender.
– Üben! Je sicherer Sie Ihre nonverbalen Signale beherrschen, desto sicherer fühlen Sie sich auch. Üben Sie vor dem Spiegel, mit einer Videokamera, vor Kollegen oder eignen Sie sich das Wissen in einem Seminar über Körpersprache an.

Das Beste zum Schluss

Das, was Sie Ihrem Publikum als Letztes präsentieren, bleibt am intensivsten in Erinnerung. Heben Sie sich also das Beste sprichwörtlich für den Schluss auf. Auch hierbei ist die richtige Körpersprache natürlich ein wesentlicher Erfolgsfaktor, aber Vorsicht: Übertreiben Sie nicht. Nur weil Sie jetzt möglicherweise die höchste Aufmerksamkeit bekommen, sollten Sie sich nicht zum Hampelmann machen …

 

Ihre Monika Matschnig,
 Expertin für Körpersprache, Wirkung und Performance

Aus dem Blog von Monika Matschnig: http://www.matschnig.com/mehr-wirkungskompetenz-bei-vortraegen/